Architektur in der Steinzeit — Kunstfertigkeit à la bonne heure

Als die Menschen halbwegs sesshaft wurden, begannen sie mit der Landwirtschaft und entwickelten neue Herangehensweisen, um zu jagen und zu fischen. Man nennt diese Ära auch die Jungsteinzeit. Ab da vor etwa 7.000 Jahren richteten sich die Menschen einen festen Platz ein, begannen mit dem Ackerbau begannen und bestellten Felder. Außerdem lebten die Menschen in einer dörflichen Gemeinschaft und brauchten „ein Dach“ über Kopf. Und erstmalig in der Geschichte kam sozusagen die „Architektur“ ins Spiel, denn die Erdenbewohner bauten sich feste Behausungen, wo sie vormals in Höhlen und Hütten lebten. Sie errichteten jedoch nicht nur Häuser für sich, sondern auch für das Vieh.

Die ersten sogenannten Wohnstätten nennt man Langhäuser, die vor etwa 5.000 vor Christus errichtet wurden. Sie waren schmal, bis zu 40 Meter lang und sechs Meter oder mehr breit. Häufig fanden mehrere Familien darin Platz. Hier wurde gewohnt, geschlafen und gearbeitet. Die Langhäuser wurden auch als Vorratsspeicher genutzt.

Für die Erbauung wurden mehrere Pfostenreihen gesetzt und die Wände wurden mit Flechtwerk und Lehm verkleidet. Die Dächer waren in der Regel aus Schilf, Gras oder Ästen. In diesen Häusern konnten sich die Menschen vor Regen und Kälte schützen. Heute noch findet man in vielen Museen wie dem Alamannen-Museum Vörstetten Nachbildungen dieser „prähistorischen“ Bauwerke.

Gewöhnlich hatten die ersten Häuser dieser Art keine Fenster, sondern nur einen Eingang. Mittig befand sich eine Feuerstelle. Bisweilen wurden diese Gebäude auch als Wohn-Stall-Häuser genutzt.

Eine weitere architektonische Bauweise in dieser Zeit waren die Pfahlbauten, die an Ufern etwa von Flüssen errichtet wurden. Hierbei wurden an flachen Stellen Baumstämme gesetzt und darauf wurden Hütten aus Holz, Lehm und Schilf gestellt. Pfahlbauten findet man auch heute noch vermehrt in Südamerika, Afrika und Südostasien. Auch in Deutschland werden Pfahlbauten als Restaurant oder Unterkünfte am Wasser errichtet.

Steinzeit-Architektur — Megalthbauten und Steintempel

Die sogenannten Megalithbauten sind heute noch in Frankreich und Schottland zu sehen. Aber auch in Afrika, Asien und Indien sind sie zu finden. Unter den Anlagen aus Steinen sind die Hünengräber am bekanntesten. Die ältesten befinden sich in der Bretagne. Meist bestanden sie aus Trag- und Deckensteinen. Noch heute sieht man die große Geschicklichkeit der Steinzeitmenschen, die riesige tonnenschwere Steine transportieren mussten. Die Menschen mussten gewaltige Anstrengungen unternehmen, um dies zu bewerkstelligen.

Weitere geheimnisvolle Relikte sind die unbehauenen aufgerichteten Steinsäulen, auch Menhire genannt. Beeindruckende Steinreihen aus Steinsäulen findet man ebenfalls in der Bretagne. Ein weiteres Beispiel herausragender Architektur sind die steinernen Monumente in Stonehenge in Südengland, die etwa 3.300 vor Christus errichtet wurden.

Steintempel — von Meisterhand geschaffen

Wenn man sieht, was heute beim Bau von Gebäude für eine vielfältige und imposante Technik eingesetzt wird, kann man sich leicht vorstellen, was „Architekten und Arbeiter“ leisten mussten, um etwa einen Steintempel zu errichten. Diese wurden aus gewaltigen Steinblöcken ohne Mörtel zusammengesetzt. Auf Malta und Gozo stehen Steintempel, die etwa 3.600 bis 2.500 vor Christus gebaut wurden. Beide Anlagen gehören seit 1980 zum UNESCO-Weltkulturerbe.

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